Kuriose Begebenheiten aus der halleschen Stadtgeschichte

Aus Stadtgeschichte Halle
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Vom Hällischen Messer-Schlucker 3. Januar 1691 spielte Andreas Rudolff, 16 Jahre alt mit anderen seines gleichen, und hatte ein ziemlich großes Messer mit einem Griff von Hirschhorn im Mund. Er stach sich damit in den Hals, soweit, dass der Griff hinter die vordersten Zähne geriet. Die anderen Anwesenden versuchten es ihm herauszuziehen, dies gelang jedoch nicht. Also spülten sie es ihm mit kaltem und warmen Bier und Baumöhl. Letztendlich spülten sie es in den Magen. Jedoch fing der Knabe an in Ohnmacht zu fallen und begann zu erbrechen. Etwas später wollte er speisen, jedoch vertrug er dies nicht. Er suchte den Stadtarzt auf (Physicus), welcher ihm Arznei für den Magen verschrieb. Er hatte nun keine Probleme mehr wegen des Erbrechens, jedoch verspürte der junge Knabe Schmerzen im Bereich der Rippen. Diese Geschichte zog sich bis Januar folgenden Jahres da der Knabe am 13. Januar auf einem Wagen nach Halle fuhr. Man fühlte das Messer in seinem Leibe, vom Magen bis zur linken Seite am 14., 15. und 16. des Monats. An dem 17. wurde eine, den Stahl angreifende Arznei eingesetzt. Dadurch kam das Erbrechen zurück. 3 Querfinger unter dem Herz sah man ein Geschwülst. Im weiteren Verlauf klagte er über Schmerzen etc.. Nach 40 Jahren mit einem Messer im Bauch starb er, genau genommen am 3. Jan. 1670 starb er mit 56 Jahren. Ärzte öffneten ihn nach dem Tod und fanden die Überreste des Messers in seinem Bauch.

Recherchiert und transkribiert von Otto Schneider am 3.3.2021 Quelle: Dreyhaupt, Band 1, Halle 1749, S. 646. (Das 14. Capitel. Vom Hällischen Messer-Schlucker.)