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	<title>Stadtgeschichte Halle - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<updated>2016-11-05T16:47:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Straßen - Plätze - Stadtviertel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Studientag zur Geschichte unserer Heimatstadt und Umgebung==&lt;br /&gt;
An unseren Studientagen tun wir das, was uns ein so großes Anliegen ist, wofür wir aber normalerweise einfach keine Zeit haben: Uns einen Tag reservieren, um die Geschichte unserer Heimatstadt und -region zu studieren. Leider erleben wir, dass unsere Zeit sehr arm ist an Geschichte und Geschichten. Deshalb laden wir euch herzlich ein, dabei zu sein. Wir geben die Termine (Zeit und Ort) auf dieser Seite rechtzeitig bekannt. Ihr könnt an den Tagen in dem Zeitfenster von 10 bis 22 Uhr kommen, wann und so lange ihr wollt.  Wir werden wieder einiges an Literatur bereit liegen haben. Ihr könnt aber auch gerne eigene Quellen mitbringen und bearbeiten. Jeder arbeitet an dem, woran er interessiert ist und was ihm Freude macht und es wird daraus etwas gemeinsames entstehen. Wir freuen uns bereits auf den Austausch mit euch. Wer etwas zum gemeinsamen Buffett beisteuern kann, darf das ebenso gerne tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veranstaltungen des Vereins für hallesche Stadtgeschichte e.V.==&lt;br /&gt;
http://www.stadtgeschichte-halle.de/images/pdfs/jahresprogramme/stadtgeschichts_programm_2016_small.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelles ==&lt;br /&gt;
===unsere nächsten Studientage===&lt;br /&gt;
* Unsere nächten Treffen finden an den folgenden Sonnabenden statt: am 21.1.2017, 18.3.2017 und am 20.5.2017, jeweils in der Zeit zwischen 10 Uhr morgens und 20 Uhr am Abend. Jeder kann kommen, wann und wie lange er möchte. Wir freuen uns sehr, dass wir bei Familie Hofmüller in Rieda eine wunderbar gastfreundliche Atmosphäre gefunden haben, die wir sehr gerne in Anspruch nehmen. Wer kommen möchte, meldet sich bitte bei uns, damit wir nähere Infos geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===neue oder überarbeitete Artikel auf dieser Seite===&lt;br /&gt;
* NEU: [[Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle]] &lt;br /&gt;
* NEU: &amp;quot;Francke und die sogenannten Schwärmer&amp;quot; unter [[August Hermann Francke]] &lt;br /&gt;
* NEU: Geschichte und Details zu [[Giebichenstein]]/Halle Nord&lt;br /&gt;
* NEU: [[Rive, Richard Robert * 26.12.1864 † 3.11.1947]], Biografie, erster Teil&lt;br /&gt;
* NEU: Biografie und interessante Berichte aus dem Leben von August [[Tholuck]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Nutzer dieser Seite sind herzlich eingeladen, die Artikel zu diskutieren und zu ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vorgeschichte]]&lt;br /&gt;
*[[Juden in Halle]]&lt;br /&gt;
*[[Halle im Streit mit Magdeburg]]&lt;br /&gt;
*[[Übersicht von wichtigen Theologen mit Bezügen zu Halle]]&lt;br /&gt;
*[[Theologiegeschichte]]&lt;br /&gt;
*[[Hallesche Universität]]&lt;br /&gt;
*[[Heilige und Märtyrer]]&lt;br /&gt;
*[[Halle unter preussischer Herrschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Literatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[August Hermann Francke| Francke, August Hermann * 22.3.1663 † 8.6.1727 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Semler| Semler, Johann Salomo * 1725 † 17.3.1791 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Tholuck| Tholuck, August * 1799 † 10.06.1877 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Müller| Müller, Georg * 1805 † 10.3.1898 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rive, Richard Robert * 26.12.1864 † 3.11.1947 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Schnell, Walter * 10.3.1891 † 07.01.1960 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Christian Wolff: [[Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Straßen - Plätze - Stadtviertel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Link zu einem interaktiven historischen Stadplan: [http://www.hallesaale.info/grplan.htm]&lt;br /&gt;
*[[Giebichenstein]]&lt;br /&gt;
*[[Leipziger Straße]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
== Geschichte der Stadt Halle ==&lt;br /&gt;
*Bienert, Thomas: Halle an der Saale – ein Streifzug durch die Jahrhunderte, Erfurt 2002, Standort: Stadtbibliothek Halle,  D 302 Halle (Saale)&lt;br /&gt;
*Graichen, Gisela: Das Kultplatz Buch – Ein Führer zu Opferplätzen, Heiligtümern und Kultstätten in Deutschland,  Weltbildverlag, Augsburg Lizenzausgabe 2004, Hoffmann und Campe, Hamburg 1990, Standort: Stadtbibliothek Halle,  D 101.2 Grai&lt;br /&gt;
*Hertzberg, Gustav, Frd.: Geschichte der Stadt Halle an der Saale Im MittelalterNach den Quellen dargestellt von Gustav Frd. Hertzberg, Professor der Geschichte an der Universität Halle Halle a. S., Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses 1889&lt;br /&gt;
* Dreyhaupt/Stiebritz (Bd 1): Pagvs Neletici Et Nvdzici, Oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Hertzogthum Magdeburg gehörigem Saal-Creyses, Und aller darinnen befindlichen Städte, Schlösser, Aemter ... Jnsonderheit der Städte Halle, Neumarckt, Glaucha, Wettin, Löbegün, Cönnern und Alsleben / Aus Actis publicis ... zusammen getragen, Mit vielen ungedruckten Documenten ... mit Kupferstichen und Abrißen ... und mit ... Registern versehen von Johann Christoph von Dreyhaupt, Königl. Preuß. Geheimen- ... und Domainen-Rath; Halle: Schneider, 1749. Link zur Digitalen Bibliothek: [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/pageview/6652083]&lt;br /&gt;
* Dreyhaupt/Stiebritz (Bd 2): Pagvs Neletici Et Nvdzici, Oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Hertzogthum Magdeburg gehörigem Saal-Creyses, Und aller darinnen befindlichen Städte, Schlösser, Aemter ... Jnsonderheit der Städte Halle, Neumarckt, Glaucha, Wettin, Löbegün, Cönnern und Alsleben / Aus Actis publicis ... zusammen getragen, Mit vielen ungedruckten Documenten ... mit Kupferstichen und Abrißen ... und mit ... Registern versehen von Johann Christoph von Dreyhaupt, Königl. Preuß. Geheimen- ... und Domainen-Rath ...; Halle : Schneider, 1750. Link zur Digitalen Bibliothek: [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/pageview/6652083]&lt;br /&gt;
*Runde,Christian Gottlieb August/Weissenborn Bernhard (Hrg): Rundes Chronik der Stadt Halle 1750-1835, Herausgegeben vom Thüringisch-Sächsichen Geschichichtsverein bearbeitet von Bernhard Weißenborn, Halle-Saale, Gebauer-Schwetschke Druckerei und Verlag AG. 1933&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Grafschaft Mansfeld ==&lt;br /&gt;
*Spangenberg, Cyriacus: Mansfeldische Chronica, Eisleben 1572 - zu finden unter [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10143373_00014.html?zoom=0.5]&lt;br /&gt;
* Chronik der Grafschaft Mansfeld,enthaltend historische Nachrichten vom Ursprunge dieser Grafschaft bis auf die neuere Zeit; Ein bleibendes Denkmals der Vorzeit für die Mit- und Nachwelt. Nach glaubwürdigen Urkunden, Chronikberichten und neueren Geschichtswerken zusammengestellt, bearbeitet und herausgegeben von  G.F. Busch, Lehrer; Leimbach, 1849; zu finden unter [http://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/content/pageview/1470268]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== August Hermann Francke und sein Wirken in Halle ==&lt;br /&gt;
*Klaus Meiß: Die Erweckung in Halle und ihre gesellschaftstransformierende Wirkung. In: Tobias Fix, Johannes Reimer, Volker Brecht (Hg.): Die Welt verändern. Grundfragen einer Theologie der Transformation. Marburg 2009.&lt;br /&gt;
*Bericht über die Umtriebe der Frömmler in Halle oder Welch Zeit ist es im Preußischen Staate; erschienen 1830 in Alternburg unter dem Pseudonym Freimund Lichtfreund. zu finden unter: [https://play.google.com/books/reader?id=pS9OAAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;output=reader&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=GBS.PA1]&lt;br /&gt;
*Bahr, Hieronymus: Höchstverderbliche Auferziehung der Kinder bei den Pietisten. Durch Gelegenheit des von dem halleschen Professore M. August Hermann Francken canonisierten zehnjährigen Kindes Christlieb Leberecht Exters deutlich vor Augen gestellet. Franckfurt, 1713. Link zur Digitalen Bibliothek [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/pageview/10751917]&lt;br /&gt;
*Arends, Wilhelm Erasmus: Eines zehen-jährigen Knabens Christlieb Leberecht von Exter, aus Zerbst, Christlich geführter Lebens-Lauff. Halle, 1708. Link zur digitalen Bibliothek [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/titleinfo/2921873]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Juden in Halle und Sachsen-Anhalt ==&lt;br /&gt;
*Jutta Dick / Marina Sassenberg (Hrsg.): Wegweiser durch das jüdische Sachsen-Anhalt. Potsdam: 1998.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Hauptseite</title>
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		<updated>2016-11-05T16:46:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Straßen - Plätze - Stadtviertel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Studientag zur Geschichte unserer Heimatstadt und Umgebung==&lt;br /&gt;
An unseren Studientagen tun wir das, was uns ein so großes Anliegen ist, wofür wir aber normalerweise einfach keine Zeit haben: Uns einen Tag reservieren, um die Geschichte unserer Heimatstadt und -region zu studieren. Leider erleben wir, dass unsere Zeit sehr arm ist an Geschichte und Geschichten. Deshalb laden wir euch herzlich ein, dabei zu sein. Wir geben die Termine (Zeit und Ort) auf dieser Seite rechtzeitig bekannt. Ihr könnt an den Tagen in dem Zeitfenster von 10 bis 22 Uhr kommen, wann und so lange ihr wollt.  Wir werden wieder einiges an Literatur bereit liegen haben. Ihr könnt aber auch gerne eigene Quellen mitbringen und bearbeiten. Jeder arbeitet an dem, woran er interessiert ist und was ihm Freude macht und es wird daraus etwas gemeinsames entstehen. Wir freuen uns bereits auf den Austausch mit euch. Wer etwas zum gemeinsamen Buffett beisteuern kann, darf das ebenso gerne tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veranstaltungen des Vereins für hallesche Stadtgeschichte e.V.==&lt;br /&gt;
http://www.stadtgeschichte-halle.de/images/pdfs/jahresprogramme/stadtgeschichts_programm_2016_small.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelles ==&lt;br /&gt;
===unsere nächsten Studientage===&lt;br /&gt;
* Unsere nächten Treffen finden an den folgenden Sonnabenden statt: am 21.1.2017, 18.3.2017 und am 20.5.2017, jeweils in der Zeit zwischen 10 Uhr morgens und 20 Uhr am Abend. Jeder kann kommen, wann und wie lange er möchte. Wir freuen uns sehr, dass wir bei Familie Hofmüller in Rieda eine wunderbar gastfreundliche Atmosphäre gefunden haben, die wir sehr gerne in Anspruch nehmen. Wer kommen möchte, meldet sich bitte bei uns, damit wir nähere Infos geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===neue oder überarbeitete Artikel auf dieser Seite===&lt;br /&gt;
* NEU: [[Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle]] &lt;br /&gt;
* NEU: &amp;quot;Francke und die sogenannten Schwärmer&amp;quot; unter [[August Hermann Francke]] &lt;br /&gt;
* NEU: Geschichte und Details zu [[Giebichenstein]]/Halle Nord&lt;br /&gt;
* NEU: [[Rive, Richard Robert * 26.12.1864 † 3.11.1947]], Biografie, erster Teil&lt;br /&gt;
* NEU: Biografie und interessante Berichte aus dem Leben von August [[Tholuck]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Nutzer dieser Seite sind herzlich eingeladen, die Artikel zu diskutieren und zu ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vorgeschichte]]&lt;br /&gt;
*[[Juden in Halle]]&lt;br /&gt;
*[[Halle im Streit mit Magdeburg]]&lt;br /&gt;
*[[Übersicht von wichtigen Theologen mit Bezügen zu Halle]]&lt;br /&gt;
*[[Theologiegeschichte]]&lt;br /&gt;
*[[Hallesche Universität]]&lt;br /&gt;
*[[Heilige und Märtyrer]]&lt;br /&gt;
*[[Halle unter preussischer Herrschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Literatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[August Hermann Francke| Francke, August Hermann * 22.3.1663 † 8.6.1727 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Semler| Semler, Johann Salomo * 1725 † 17.3.1791 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Tholuck| Tholuck, August * 1799 † 10.06.1877 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Müller| Müller, Georg * 1805 † 10.3.1898 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rive, Richard Robert * 26.12.1864 † 3.11.1947 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Schnell, Walter * 10.3.1891 † 07.01.1960 ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Christian Wolff: [[Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Straßen - Plätze - Stadtviertel ==&lt;br /&gt;
Link zu einem interaktiveb historischen Stadplan: [http://www.hallesaale.info/grplan.htm]&lt;br /&gt;
*[[Giebichenstein]]&lt;br /&gt;
*[[Leipziger Straße]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
== Geschichte der Stadt Halle ==&lt;br /&gt;
*Bienert, Thomas: Halle an der Saale – ein Streifzug durch die Jahrhunderte, Erfurt 2002, Standort: Stadtbibliothek Halle,  D 302 Halle (Saale)&lt;br /&gt;
*Graichen, Gisela: Das Kultplatz Buch – Ein Führer zu Opferplätzen, Heiligtümern und Kultstätten in Deutschland,  Weltbildverlag, Augsburg Lizenzausgabe 2004, Hoffmann und Campe, Hamburg 1990, Standort: Stadtbibliothek Halle,  D 101.2 Grai&lt;br /&gt;
*Hertzberg, Gustav, Frd.: Geschichte der Stadt Halle an der Saale Im MittelalterNach den Quellen dargestellt von Gustav Frd. Hertzberg, Professor der Geschichte an der Universität Halle Halle a. S., Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses 1889&lt;br /&gt;
* Dreyhaupt/Stiebritz (Bd 1): Pagvs Neletici Et Nvdzici, Oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Hertzogthum Magdeburg gehörigem Saal-Creyses, Und aller darinnen befindlichen Städte, Schlösser, Aemter ... Jnsonderheit der Städte Halle, Neumarckt, Glaucha, Wettin, Löbegün, Cönnern und Alsleben / Aus Actis publicis ... zusammen getragen, Mit vielen ungedruckten Documenten ... mit Kupferstichen und Abrißen ... und mit ... Registern versehen von Johann Christoph von Dreyhaupt, Königl. Preuß. Geheimen- ... und Domainen-Rath; Halle: Schneider, 1749. Link zur Digitalen Bibliothek: [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/pageview/6652083]&lt;br /&gt;
* Dreyhaupt/Stiebritz (Bd 2): Pagvs Neletici Et Nvdzici, Oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Hertzogthum Magdeburg gehörigem Saal-Creyses, Und aller darinnen befindlichen Städte, Schlösser, Aemter ... Jnsonderheit der Städte Halle, Neumarckt, Glaucha, Wettin, Löbegün, Cönnern und Alsleben / Aus Actis publicis ... zusammen getragen, Mit vielen ungedruckten Documenten ... mit Kupferstichen und Abrißen ... und mit ... Registern versehen von Johann Christoph von Dreyhaupt, Königl. Preuß. Geheimen- ... und Domainen-Rath ...; Halle : Schneider, 1750. Link zur Digitalen Bibliothek: [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/pageview/6652083]&lt;br /&gt;
*Runde,Christian Gottlieb August/Weissenborn Bernhard (Hrg): Rundes Chronik der Stadt Halle 1750-1835, Herausgegeben vom Thüringisch-Sächsichen Geschichichtsverein bearbeitet von Bernhard Weißenborn, Halle-Saale, Gebauer-Schwetschke Druckerei und Verlag AG. 1933&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Grafschaft Mansfeld ==&lt;br /&gt;
*Spangenberg, Cyriacus: Mansfeldische Chronica, Eisleben 1572 - zu finden unter [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10143373_00014.html?zoom=0.5]&lt;br /&gt;
* Chronik der Grafschaft Mansfeld,enthaltend historische Nachrichten vom Ursprunge dieser Grafschaft bis auf die neuere Zeit; Ein bleibendes Denkmals der Vorzeit für die Mit- und Nachwelt. Nach glaubwürdigen Urkunden, Chronikberichten und neueren Geschichtswerken zusammengestellt, bearbeitet und herausgegeben von  G.F. Busch, Lehrer; Leimbach, 1849; zu finden unter [http://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/content/pageview/1470268]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== August Hermann Francke und sein Wirken in Halle ==&lt;br /&gt;
*Klaus Meiß: Die Erweckung in Halle und ihre gesellschaftstransformierende Wirkung. In: Tobias Fix, Johannes Reimer, Volker Brecht (Hg.): Die Welt verändern. Grundfragen einer Theologie der Transformation. Marburg 2009.&lt;br /&gt;
*Bericht über die Umtriebe der Frömmler in Halle oder Welch Zeit ist es im Preußischen Staate; erschienen 1830 in Alternburg unter dem Pseudonym Freimund Lichtfreund. zu finden unter: [https://play.google.com/books/reader?id=pS9OAAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;output=reader&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=GBS.PA1]&lt;br /&gt;
*Bahr, Hieronymus: Höchstverderbliche Auferziehung der Kinder bei den Pietisten. Durch Gelegenheit des von dem halleschen Professore M. August Hermann Francken canonisierten zehnjährigen Kindes Christlieb Leberecht Exters deutlich vor Augen gestellet. Franckfurt, 1713. Link zur Digitalen Bibliothek [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/pageview/10751917]&lt;br /&gt;
*Arends, Wilhelm Erasmus: Eines zehen-jährigen Knabens Christlieb Leberecht von Exter, aus Zerbst, Christlich geführter Lebens-Lauff. Halle, 1708. Link zur digitalen Bibliothek [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/titleinfo/2921873]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Juden in Halle und Sachsen-Anhalt ==&lt;br /&gt;
*Jutta Dick / Marina Sassenberg (Hrsg.): Wegweiser durch das jüdische Sachsen-Anhalt. Potsdam: 1998.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=441</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T12:17:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden &amp;lt;ref&amp;gt;Einige der Studenten sollen die Zeremonie bewußt gestört und laut &amp;quot;Nieder mit Lange!&amp;quot; und &amp;quot;ein Hoch auf Wolff!&amp;quot; gerufen haben &amp;lt;/ref&amp;gt; und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein großer Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; Es ist bekannt, dass auch Theologiestudenten regelmäßig zu den Vorlesungen Wolffs gingen. Später wurde dies ihnen untersagt. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) &amp;lt;ref&amp;gt;Der Studiumaufbau begann in Halle traditionell mit einem Grundstudium in der Philosophie wonach sich ein Studium in eine den höheren Fakultäten (Medizin, Jurispudenz und Theologie) anschloss. Die Theologie war dabei die ranghöhste Fakultät.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird u. a. durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Francke schrieb &amp;quot;Es wissen sonst Euer Königl. Mayest. selbst am besten, daß ich und meine collegen solche höchste Verordnung ... nicht gesuchet noch erwartet...&amp;quot;. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=440</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T12:15:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden &amp;lt;ref&amp;gt;Einige der Studenten sollen die Zeremonie bewußt gestört und laut &amp;quot;Nieder mit Lange!&amp;quot; und &amp;quot;ein Hoch auf Wolff!&amp;quot; gerufen haben &amp;lt;/ref&amp;gt; und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein großer Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; Es ist bekannt, dass auch Theologiestudenten regelmäßig zu den Vorlesungen Wolffs gingen. Später wurde dies ihnen untersagt. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) &amp;lt;ref&amp;gt;Der Studiumaufbau begann in Halle traditionell mit einem Grundstudium in der Philosophie wonach sich ein Studium in eine den höheren Fakultäten (Medizin, Jurispudenz und Theologie) anschloss. Die Theologie war dabei die ranghöhste Fakultät&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird u. a. durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Francke schrieb &amp;quot;Es wissen sonst Euer Königl. Mayest. selbst am besten, daß ich und meine collegen solche höchste Verordnung ... nicht gesuchet noch erwartet...&amp;quot;. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=439</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T12:10:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden &amp;lt;ref&amp;gt;Einige der Studenten sollen die Zeremonie bewußt gestört und laut &amp;quot;Nieder mit Lange!&amp;quot; und &amp;quot;ein Hoch auf Wolff!&amp;quot; gerufen haben &amp;lt;/ref&amp;gt; und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein großer Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; Es ist bekannt, dass auch Theologiestudenten regelmäßig zu den Vorlesungen Wolffs gingen. Später wurde dies ihnen untersagt. &amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) &amp;lt;ref&amp;gt;Der Studiumaufbau begann in Halle traditionell mit einem Grundstudium in der Philosophie wonach sich ein Studium in eine den höheren Fakultäten (Medizin, Jurispudenz und Theologie) anschloss. Die Theologie war dabei die ranghöhste Fakultät&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T12:08:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden &amp;lt;ref&amp;gt;Einige der Studenten sollen die Zeremonie bewußt gestört und laut &amp;quot;Nieder mit Lange!&amp;quot; und &amp;quot;ein Hoch auf Wolff!&amp;quot; gerufen haben &amp;lt;/ref&amp;gt; und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein großer Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) &amp;lt;ref&amp;gt;Der Studiumaufbau begann in Halle traditionell mit einem Grundstudium in der Philosophie wonach sich ein Studium in eine den höheren Fakultäten (Medizin, Jurispudenz und Theologie) anschloss. Die Theologie war dabei die ranghöhste Fakultät&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=437</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=437"/>
		<updated>2016-04-17T12:03:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden &amp;lt;ref&amp;gt;Einige der Studenten sollen die Zeremonie bewußt gestört und laut &amp;quot;Nieder mit Lange!&amp;quot; und &amp;quot;ein Hoch auf Wolff!&amp;quot; gerufen haben &amp;lt;/ref&amp;gt; und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) &amp;lt;ref&amp;gt;Der Studiumaufbau begann in Halle traditionell mit einem Grundstudium in der Philosophie wonach sich ein Studium in eine den höheren Fakultäten (Medizin, Jurispudenz und Theologie) anschloss. Die Theologie war dabei die ranghöhste Fakultät&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=436</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T12:00:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) &amp;lt;ref&amp;gt;Der Studiumaufbau begann in Halle traditionell mit einem Grundstudium in der Philosophie wonach sich ein Studium in eine den höheren Fakultäten (Medizin, Jurispudenz und Theologie) anschloss. Die Theologie war dabei die ranghöhste Fakultät&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T11:59:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) &amp;lt;ref&amp;gt;Der Studiumaufbau begann in Halle traditionell mit einem Grundstudium in der Philosophie auf die dann ein Studium in den höheren Fakultäten (Medizin, Jurispudenz und Theologie) anschloss. Die Theologie war dabei die ranghöhste Fakultät&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=434</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T11:59:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) &amp;lt;ref&amp;gt;Der Studiumaufbau begann in Halle traditionell mit einem Grundstudium in der Philosophie auf die dann ein Studium in den höheren Fakultäten (Medizin, Jurispudenz und Theologie) anschloss. Die Theologie war dabei die ranghöhste Fakultät&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T11:53:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an und sagte,  vor allem Wolff selbst sei an seinem Schicksal keineswegs unschuldig. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=432</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T11:51:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
Der Wolff-Biograph Carl Günther Ludovici (1707-1778) schrieb: &amp;quot;Wolff war zu einem öffentlichen Ärgernis ersten Ranges, ja mehr noch zu einer ernsten Gefahr geworden. Gegen ihn war mehr zu unternehmen als nur Wortstreit.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=431</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T10:13:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. Diese These ist am weitesten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T10:13:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs war eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T10:12:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und ist nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=426</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T10:11:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
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		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=425</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=425"/>
		<updated>2016-04-17T10:10:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte nicht nur in der theologischen Fakultät zu Verstimmungen und letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging.   Francke erwähnte u.a. in seinem Begleitschreiben an den König erwähnte einen &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=424</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T10:08:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor unterschätzt. Dies führte letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging, sondern, wie Francke in seinem Begleitschreiben an den König erwähnte um den &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=422</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T10:02:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Historische Berichterstattung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20. Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor die Ernennung von Thümming als Professor der Philosophie entgegen dem Willen der philosophien Fakultät unterschätzt. Dies führte letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging, sondern, wie Francke in seinem Begleitschreiben an den König erwähnte um den &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T10:01:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe, um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen, er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor die Ernennung von Thümming als Professor der Philosophie entgegen dem Willen der philosophien Fakultät unterschätzt. Dies führte letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging, sondern, wie Francke in seinem Begleitschreiben an den König erwähnte um den &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T10:00:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor die Ernennung von Thümming als Professor der Philosophie entgegen dem Willen der philosophien Fakultät unterschätzt. Dies führte letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging, sondern, wie Francke in seinem Begleitschreiben an den König erwähnte um den &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=418</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-17T09:59:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was war passiert?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* Am 12. Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* In der Prorektoratsrede zur Einsetzung des Theologen Joachim Lange als neuen Prorektor provozierte Christian Wolff vor allen Professoren und Studenten mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Hierbei ging es nicht nur um einen rein wissenschaftlichen Diskurs sondern um einen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät. Es kam zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zw. den Studierenden und der theologischen Fakultät, die bis in die Regierungsebene weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
*Inhalt der Prorektoratsrede war u. a. die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen. Für Wolff war die Philosophie die universitäre Leitwissenschaft, die über den anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie) stand.&lt;br /&gt;
* Ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* Die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* Der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* Am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* Auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historische Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders über die Geschichte der Universität Halle (19. Jh) und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff in der Regel Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wer hat die Ausweisung zu verantworten? Welche Zusammenhänge gab es? ==&lt;br /&gt;
Als Auslöser des Konfliktes bleibt häufig Wolffs Autoritätsanspruch, sein Einfluss auf die Studentenschaft und sein eigenmächtiges Handeln als Prorektor die Ernennung von Thümming als Professor der Philosophie entgegen dem Willen der philosophien Fakultät unterschätzt. Dies führte letztendlich zu einer Situation, in der es nicht nur um eine inhaltliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ging, sondern, wie Francke in seinem Begleitschreiben an den König erwähnte um den &amp;quot;bey der studirenden Jugend entstandenen Schaden und der großen Gefahr von Gottes Wort ab, und zum Atheismo verleitet zu werden&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Trotzdem  hatte der König Wolff bis Oktober 1723 unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die theologische Fakultät bzw. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend ... großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T22:08:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T22:07:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (These 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen (These 3), der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T22:05:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheinlich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T22:03:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke tritt als Akteur auf, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. bleibt ein passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheiblich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T22:01:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch nicht nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheiblich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:58:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Berichterstattung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheiblich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:57:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheiblich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:55:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheiblich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<updated>2016-04-16T21:53:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheiblich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs gewesen, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:52:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes nach dem 8. Nov. an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist die Ausweisung Wolffs sehr wahrscheiblich eine eigenmächtige Entscheidung des Königs, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, aber nicht eine Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:50:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Dies deutet an, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke aber nicht der Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:49:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Dies deutet an, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Bitte nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<updated>2016-04-16T21:48:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch wohl nicht der Wunsch nach Ausweisung, vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=391</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:47:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs an Francke vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:47:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs vom 8. Nov., in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<updated>2016-04-16T21:45:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Sie lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes an den König nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:42:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Berichterstattung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie.&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh)).&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=387</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:41:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen.&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet.&lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt.&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:39:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde.&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen.&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs.&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:38:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des preußischen Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=384</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:37:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:37:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Hintergründe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der überhöhte Autoritätsanspruch Wolffs als Auslöser des Konfliktes===  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Ausweisung Wolffs ist eine Entscheidung des Königs und nicht der theologischen Fakultät oder August Herrmann Francke anzulasten===&lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine eigenmächtige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:33:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Hintergründe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergründe===&lt;br /&gt;
*Autoritätsanspruch Wolffs:  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
* Gründe für die eigenmächtige Entscheidung des Königs: &lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe. Diese These hat eine gewisse Plausibilität, ist jedoch noch nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. August Herrmann Francke als Akteur, der das Vertrauen des Königs für seine Interessen nutzt.  Friedrich Wilhelm I. als passives Element.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Friedrich Wilhelm I. als Akteur. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wird am 16. Oktober durch ein Memorial von der Theologischen Fakultät über die Lehren Wolffs &lt;br /&gt;
informiert, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, da die erste Anfrage der Fakultät vom Mai unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich in dem Schreiben aber nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte, noch das Begleitschreiben Franckes kann die heftige Reaktion des Königs vom 8. Nov. erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke (22. Okt), nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären (Fall 1). Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dies wird durch ein Briefkonzept Franckes an den König deutlich, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde. Somit wird deutlich, dass die Ausweisung Wolffs eine alleinige Entscheidung des Königs war, der jedoch im Vorfeld eine inhaltliche Stellungsnahme von Francke, jedoch nicht der Wunsch nach Ausweisung vorrausging.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:08:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Hintergründe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergründe===&lt;br /&gt;
*Autoritätsanspruch Wolffs:  &lt;br /&gt;
Durch sein wissenschaftliches Renomee verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
* Gründe für die eigenmächtige Entscheidung des Königs: &lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe&lt;br /&gt;
2. Friedrich Wilhelm I. selbst, der durch das Memorial von der Theologischen Fakultät im Oktober über die Lehren  Wolffs informiert wurde, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, weil die erste Anfrage der Fakultät unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich jedoch nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte kann die Reaktion des Königs vom 8. Nov. nicht erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke, nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären. Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dafür liegt ein Briefkonzept an den König vor, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<id>http://halle-luja.info/w/index.php?title=Die_Vertreibung_Christian_Wolffs_aus_Halle&amp;diff=380</id>
		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:08:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung Wolffs als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergründe===&lt;br /&gt;
*Autoritätsanspruch Wolffs:  &lt;br /&gt;
Durch das wissenschaftliche Renomees verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
* Gründe für die eigenmächtige Entscheidung des Königs: &lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe&lt;br /&gt;
2. Friedrich Wilhelm I. selbst, der durch das Memorial von der Theologischen Fakultät im Oktober über die Lehren  Wolffs informiert wurde, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, weil die erste Anfrage der Fakultät unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich jedoch nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte kann die Reaktion des Königs vom 8. Nov. nicht erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke, nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären. Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dafür liegt ein Briefkonzept an den König vor, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:07:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thümming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergründe===&lt;br /&gt;
*Autoritätsanspruch Wolffs:  &lt;br /&gt;
Durch das wissenschaftliche Renomees verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
* Gründe für die eigenmächtige Entscheidung des Königs: &lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe&lt;br /&gt;
2. Friedrich Wilhelm I. selbst, der durch das Memorial von der Theologischen Fakultät im Oktober über die Lehren  Wolffs informiert wurde, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, weil die erste Anfrage der Fakultät unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich jedoch nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte kann die Reaktion des Königs vom 8. Nov. nicht erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke, nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären. Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dafür liegt ein Briefkonzept an den König vor, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:06:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thüming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thümming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergründe===&lt;br /&gt;
*Autoritätsanspruch Wolffs:  &lt;br /&gt;
Durch das wissenschaftliche Renomees verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
* Gründe für die eigenmächtige Entscheidung des Königs: &lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe&lt;br /&gt;
2. Friedrich Wilhelm I. selbst, der durch das Memorial von der Theologischen Fakultät im Oktober über die Lehren  Wolffs informiert wurde, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, weil die erste Anfrage der Fakultät unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich jedoch nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte kann die Reaktion des Königs vom 8. Nov. nicht erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke, nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären. Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dafür liegt ein Briefkonzept an den König vor, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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		<title>Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle</title>
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		<updated>2016-04-16T21:05:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maria: /* Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Vertreibung Christian Wolffs aus Halle ==&lt;br /&gt;
entnommen aus ''Die Causa Christan Wolff'', Kleine Schriftenreihe der Franckeschen Stiftungen 15, Hrsg. A. Pecar, H. Zaunstöck, T. Müller-Bahlke &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Chistian Wolff (1679-1754) war seit 1706 Professor für Mathematik an der Universität Halle (damals: Friedrichs Universität), 1723 erfolgte die Ausweisung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eine kurze Beschreibung des Höhepunktes des Konfliktes===&lt;br /&gt;
* am 12.Juli 1721 wurde das Amt des Prorektors von Christian Wolff dem Theologen Jochim Lange übertragen&lt;br /&gt;
* in seiner Prorektoratsrede vor allen Professoren und Studenten provozierte Christian Wolff mit den Ausführungen seiner Lehre, gegen die sich die Theologen (insb. Joachim Lange) schon zuvor zu Wehr gesetzt hatten. Es kam zu einem öffentlichen Auseinandersetzung, die bis in die Regierung weitergeleitet wurde&lt;br /&gt;
* Eine der Inhalte der Wolffschen Lehre ist die Beschreibung der praktische Philosophie der Chinesen, deren ethischen und moralischen Maßstäbe nicht aus göttlicher Offenbarung sondern &amp;quot;allein aus der Vernunft&amp;quot; entsprangen und für Wolff der Moral der Christen ebenbürtig erschienen&lt;br /&gt;
* ein weiterer Streitpunkt (nicht nur von Seiten der Theologie) war die Protektion des Schülers Ludwig Philipp Thümming, der durch Wolff während seiner Zeit als Prorektor gegen den Willen der eigenen Fakultät zum außerorderlichen Professor der Philosophischen Fakultät befördert wurde. Andere Kollegen und Wolff Schüler sahen sich zurückgesetzt.&lt;br /&gt;
* Daniel Strähler (einer der Wolff Schüler) veröffentlichte 1723 eine Schrift ''Prüfung der vernünftigen Gedanken des Herrn Hoff-Rath Wolffes von Gott, der Welt und der Seele des Menschen'', in der er sich mit die Lehre Wolffs kritische auseinander setzte und zahlreiche Fehler aufzeigte. Wolff forderte ein Verbot der Schriften und eine Bestrafung Stählers für dessen &amp;quot;Schmähungen&amp;quot;, er wendet sich im Verlauf des Konfliktes bis an den König persönlich. Die Regierung vertreten durch den Oberkurator von Printzen stellte sich auf die Seite Wolffs&lt;br /&gt;
* die theologische Fakultät unternahm mehrere Anläufe um  die Regierung und den König auf die aus ihrer Sicht skandalöse Lehre aufmerksam zu machen. Sie baten Wolff zu ermahnen. Er solle sich auf seine Lehrgebiete, die Mathematik und Physik, beschränken.&lt;br /&gt;
* der König bittet Francke um eine Zusammenfassung der Lehre Wolffs und einen Bericht über Thüming, Francke antwortet noch am gleichen Tag&lt;br /&gt;
* am 8.11.1723 entschied der König unter Androhung des Todes, dass Wolff innerhalb 48h Halle zu verlassen, diese Entscheidung war für alle Seiten unerwartet &lt;br /&gt;
* Wolff wurde von der Universität Marburg aufgenommen und in allen Ehren zum Professor der Philosophie ernannt&lt;br /&gt;
* auf Empfehlung von Francke hin wurde die Stelle von Wolff durch Johann Joachim Lange (der Sohn von Joachim Lange) und die Stelle von Thüming durch Daniel Strähler besetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Berichterstattung===&lt;br /&gt;
* Anhänger Wolffs brandmarkten die Ausweisung als ein Anschlag der Theologen der Universität auf die geistige Freiheit insb. der Philosophie&lt;br /&gt;
* Der Philosophiehistoriker Norbert Hinske schrieb &amp;quot;Christian Wolff wird hier 1723 mit seiner Vertreibung zum Märtyrer der deutsche zum Märtyrer der deutschen Aufklärung und 1740 mit seiner demonstrativen Rückberufung unter Friedrich des Großen zum Symbol des Sieges&amp;quot;&lt;br /&gt;
* die Frontstellung zw. den Theologen und dem Philosophen wurde als Konflikt zw. Pietismus und Aufklärung überhöht (z.B. Schriften von Wilhelm Schraders (19. Jh) über die Geschichte der Universität Halle und Eduard Winter (20.Jh))&lt;br /&gt;
* die Forschung (insb. im 20 Jh) ergriff Partei zugunsten Christian Wolffs und stilisierte die Ausweisung zu einem plakativen Beispiel religiöser Intoleranz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hintergründe===&lt;br /&gt;
*Autoritätsanspruch Wolffs:  &lt;br /&gt;
Durch das wissenschaftliche Renomees verstand sich Wolff als ein Vertreter der allgemeinen Philosophie mit universaler Geltung und erhob die Philosophie zur universitären Leitwissenschaft über die anderen Fakultäten (Jurisprudenz, Medizin, Theologie). Darum wurde auch die China-Rede zum Auslöser des Konflikts, obwohl die Thesen schon zuvor bekannt waren.&lt;br /&gt;
Es handelte sich hierbei um einen öffentlichen Angriff auf die Führungsposition der theologischen Fakultät und zwar in einem Rahmen, der eigentlich der Ehrung des Nachfolgers (hier dem Theologen Joachim Lange) dienen sollte.  Wolff vertrat hiermit nicht nur Thesen, mit denen man sich inhaltlich auseinander setzten konnte, sondern demonstrierte seine akademische Autorität.&lt;br /&gt;
Nicolaus Hieronymus Gundling (1671-1729) Prof. der  jurist. Fakultät  prangerte Wolffs Eitelkeit und Selbstüberschätzung an. Er habe keine Bereitschaft zur inhaltlichen Diskussionen gezeigt und sich seinen Kollegen gegenüber herablassend verhalten.&lt;br /&gt;
* Gründe für die eigenmächtige Entscheidung des Königs: &lt;br /&gt;
Bis Oktober 1723 hatte der König Wolff unterstützt. Was hatte ihn bewogen, im November eigenmächtig eine Entscheidung zu fällen? Im Oktober war gerade erst eine Untersuchungskomission für die Sache Wolff ins Leben gerufen worden, die somit nie die Gelegenheit bekam die Umstände aufzuklären. Hierfür gibt es unterschiedliche Thesen:&lt;br /&gt;
1. durch einen Mittelsmann wurde Wilhelm I. überbracht, dass die Lehre Wolffs den Gehorsam in der Armee untergrabe&lt;br /&gt;
2. Friedrich Wilhelm I. selbst, der durch das Memorial von der Theologischen Fakultät im Oktober über die Lehren  Wolffs informiert wurde, &amp;quot; welche der natürlichen  und in Gottes Wort geoffenbarten Religion sehr entgegen stehen und bey der Studirenden Jugend .. großen Schaden gethan haben&amp;quot;. Francke hat hier ein unterstützendes Begleitschreiben hinzugefügt, weil die erste Anfrage der Fakultät unbeantwortet geblieben war. Die theologische Fakultät wünschte sich jedoch nur, dass Wolff nicht mehr in der Philosophie als Dozent auftreten darf. Diese Bitte kann die Reaktion des Königs vom 8. Nov. nicht erklären. Die Reaktion selbst lässt sich auch hinsichtlich der umsichtigen Anfrage an Francke, nach inhaltlichen Aspekten der Wolffschen Lehre, somit auch nicht durch unvermittelten Jähzorn erklären. Leider ist das Antwortschreiben Franckes nicht überliefert, wohl aber die erneute Antwort des Königs, in der er erklärt &amp;quot;ich habe das nit gewuhst das der wulf so gotlohse ist...&amp;quot; und es wird vermutet dass er mit der Ausweisung Wolffs ein öffentlichkeitswirksames Exempel statuieren wollte. Francke selbst hatte solch ein Verhalten weder antizipiert noch angeregt. Dafür liegt ein Briefkonzept an den König vor, welches in dieser Fassung jedoch nicht abgeschickt wurde.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maria</name></author>
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